Warum du unbedingt eine (ayurvedische) Morgenroutine brauchst

Morgenroutine – das Wort ist in aller Munde. Aber wofür braucht man die eigentlich?

Fangen wir mal ganz von vorne an. Wie sieht dein aktueller Morgen aus? Lass mich raten: Du drückst immer wieder die Snooze-Taste deines Weckers, bis du endlich gehetzt aus dem Bett springst („Waaahh, schon so spät????“). Du hetzt schnell durchs Bad, kippst deinen Kaffee runter und gehst gehetzt ohne Frühstück aus dem Haus. Stimmts?

Ich gebe zu, mein Morgen sah früher auch so oder so ähnlich aus. Aber sind wir mal ganz ehrlich: Wenn der Tag schon so stressig beginnt, wie willst du dann den Rest des Tages in Ruhe und Kraft verbringen?

Sicherheit in unsicheren Zeiten

Seitdem ich meine Morgenroutinen in meinen Alltag integriert habe, gehe ich viel gelassener und fokussierter durch den Tag. Und ich liebe sie, meine Morgenroutine. Sie gibt mir Struktur und Sicherheit auch in Zeiten, die turbulent und alles andere als sicher sind. Sie sind Ankerpunkt und Leichtigkeit zugleich.

Wenn du dir morgens ein paar Minuten Zeit für dich nimmst, wird sich das positiv auf deinen restlichen Tag auswirken. Du wirst merken, wie viel entspannter, fokussierter und stärker du bist und wie du besser mit stressigen Situationen umgehen kannst.

Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben!

Nur wenn du dich ausreichend um dich selbst kümmerst, kannst du dich auch um andere(s) kümmern.

Viele von uns neigen dazu, ihre eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen. Irgendjemand oder irgendetwas ist immer wichtiger. Doch wie willst du mit Kraft, Energie und Selbstvertrauen deinen Job machen, wenn du müde und ausgelaugt bist? Wie willst du deinen Lieben gerecht werden, wenn es dir selbst nicht gut geht?

Mach dich selbst zur obersten Priorität!

Deine perfekte Morgenroutine

Verzichte morgens auf Social Media, Smartphone, Radio, Fernseher & Co. Genieße diese magische Zeit in Stille. Sie gibt uns so viel Kraft und Energie. Lausche dem Zwitschern der Vögel am Morgen und den Geräuschen in deiner Umgebung, die du wahrnehmen kannst.

Hier meine Empfehlungen für eine mögliche Morgenroutine:

Steh früh auf

Idealerweise solltest du aus ayurvedischer Sicht vor 6 Uhr aufstehen, um die Bewegung und Mobilität der Vata-Energie mit in den Tag zu nehmen. Ab ca. 6 Uhr beginnt die Kapha-Zeit, was das Aufstehen tendenziell schwerer macht. Mir fällt es auch nicht immer leicht, so früh aufzustehen. Aber ich merke, dass ich an den Tagen, an denen ich früh aufstehe, frischer und ausgeruhter bin.

Reinige deine Zunge und deinen Mund

Verwende für die Reinigung deiner Zunge einen Zungenschaber. Idealweise nimmst du dir danach noch ein paar Minuten zum ölziehen. Dafür nimmst du einen Teelöffel voll Öl in den Mund und ziehst das Öl für ein paar Minuten durch deinen Mund und deine Zähne. Hierfür kannst du Sesam- oder Kokosöl verwenden. Das Öl spuckst du dann in ein Papiertuch und wirfst es in den Mülleimer. Danach kannst du deine Zähne putzen.

Warmes Wasser trinken

Trinke nach der Mundreinigung ein großes Glas warmes Wasser. Das regt den Stoffwechsel und unterstützt deinen Körper bei der Ausscheidung der Stoffwechsel-Abfallstoffe, die sich über Nacht gelöst haben. Da dieser Prozess bis in den Vormittag gehen kann, unterstützt du hier zusätzlich noch weitere Ausscheidungsprozesse.

Danach darfst du gerne eine Tasse Kaffee oder Tee trinken. Um deinen Kaffee etwas bekömmlicher zu machen, kannst du etwas Kardamom hinzufügen. Als Alternative zum Kaffee kannst du auch eine Tasse Golden Milk trinken. Gerade, wenn du morgens noch nicht so viel essen kannst, ist sie eine optimale Alternative, um dich mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Meditation und/oder Atemübungen

Ich praktiziere morgens gerne aktivierende Atemübungen wie Kabalabhati oder die vollständige Yogi Atmung. Danach schließe ich eine kurze Runde Wechselatmung an, um danach ein paar Minuten in die stille Meditation (https://de.wikipedia.org/wiki/Meditation) zu gehen.

Bei der Meditation geht es nicht um den Versuch, irgendwo hinzugelangen. Es geht darum, dass wir uns selbst erlauben, genau dort zu sein, wo wir sind, und genauso zu sein, wie wir sind, und desgleichen der Welt zu erlauben, genauso zu sein, wie sie in diesem Augenblick ist.

Jon Kabat-Zinn (ehemaliger Professor für Medizin an der University of Massachusetts)

Schau einfach, was sich für dich gut anfühlt und was du in deinen Morgen integrieren kannst.

Dankbarkeitstagebuch

Starte mit positiven Gedanken in den Tag. Dankbarkeit war für mich ein echter Game-Changer. Seitdem ich mein Dankbarkeitstagebuch schreibe und mir bewusst mache, wofür ich alles dankbar sein darf, gehe ich viel entspannter und kraftvoller durch den Tag. Du kannst dir ein spezielles Dankbarkeitstagebuch zulegen oder einfach ein schönes Notizbuch verwenden.

“Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.”

Francis Bacon (englischer Philosoph und Staatsmann)

Setze dir eine Intention für deinen Tag – eine positive Affirmation. Diese Intention darf dich dann durch deinen Tag begleiten.

Yoga oder Sport

Hier geht es nicht um ein stundenlanges Workout. Eine kurze Runde mit dem Hund, ein paar Sonnengrüße, einige Sprünge auf dem Trampolin oder eine kurze Runde mit dem Fahrrad reichen völlig aus. Schau, was dir Spaß macht und leg los.

„Ein Spaziergang am frühen Morgen ist ein Segen für den ganzen Tag.“

Henry David Thoreau (amerikanischer Philosoph)
Bürste deinen Körper

Deinen Körper mit einer Trockenbürste zu bürsten regt den Kreislauf an, macht die Haut zart und weich und bringt die Lymphe zum fließen. Dadurch unterstützt du deinen Körper beim Abtransport von Giften und Ablagerungen.

Verwende dafür eine Bürste mit sanften Borsten und übe nicht zu viel Druck aus. Beginne mit kreisenden oder streichenden Bewegungen an deinem rechten Fuß und arbeite dich über die Beine nach oben in Richtung deines Herzens vor.

Duschen

Dusche nicht zu heiß. Du kannst deine Dusche auch mit ein paar Tropfen ätherischem Öl aufpeppen. Tropfe 1-2 Tropfen eines oder mehrerer Öle deiner Wahl in die Ecke deiner Dusche. Durch den Wasserdampf verteilt sich der Duft in der ganzen Dusche.

Verwende z.B. Pfefferminz für den „Frische Kick“, Wild Orange für die gute Laune, Black Spruce oder Siberian Fir für ein „Waldbaden“-Feeling.

Massage

Nach der Dusche kannst du dir noch eine kleine Ölmassage gönnen. Nimm dazu etwas Öl (Sesam-oder Mandelöl) und massiere es in deine Haut ein. Wenn du wenig Zeit hast, massiere nur dein Gesicht, deine Hände und deine Füße. Beginne hier am Kopf und wandere weiter bis zu deinen Füßen. Das gibt dir eine gute Erdung für den Tag.

Frühstück

Nun kommen wir endlich zum Frühstück. Dein Frühstück sollte warm und leicht verdaulich sein, da wir uns bis etwa 10 Uhr in der Kapha-Zeit befinden. Die Portion sollte nicht zu groß sein. Generell sagen wir im Ayurveda, dass du nicht mehr essen solltest als in deine beiden Hände passt. Hier bietet sich ein warmes Porridge oder Getreidebrei an oder auch warme Pancakes. Zu deinem Porridge kannst du auch gerne etwas Ashwaganda hinzufügen. Ashwaganda wirkt stressreduzierend und entzündungshemmend. Eine warme Suppe oder in Ghee gedünstetes Obst stellen auch ein ideales Frühstück dar.

Wichtig: achtsam essen!

Fang langsam an

Wenn du bisher noch keine Morgenroutine hast, dann fange erst einmal mit einer Routine an, bis du diese in deinen Alltag integriert hast. Danach kannst du dir dann die nächste Routine vornehmen und schauen, ob diese zu dir und deinem Alltag passt und diese dann zusätzlich in deine Morgenroutine mit aufnehmen. Und so kannst du Schritt für Schritt eine für dich passende Morgenroutine aufbauen.

Meine Empfehlung ist, mit dem warmen Wasser anzufangen. Es ist die einfachste und gleichzeitig eine der effektivste Art Ayurveda in deinen Alltag zu integrieren und mit deiner Morgenroutine zu starten.

Wichtig ist es, anzufangen!

Wenn du die ein oder andere Routine in deinen Alltag integrierst, wirst du schon bald eine Veränderung spüren.

Für einen energievollen und gut gelaunten Start in den Tag!

Wenn du Fragen oder Anregungen hast, freue ich mich von dir zu lesen.

Wenn Du immer wieder das tust, was Du immer schon getan hast, dann wirst Du immer wieder das bekommen, was Du immer schon bekommen hast.

Paul Watzlawick, österr. Philosoph, 1921 – 2007

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